„Krebs ist nach wie vor die zweithäufigste Todesursache. Gerade Brust-Tumore nehmen hier die Spitze der bösartigen Krankheiten ein. Alleine in Niederösterreich verzeichnen wir im Jahr mehr als 1.000 Fälle von Brustkrebs. Deshalb müssen und werden wir uns dieser Krankheit stellen und sie in Zukunft noch weiter in den Mittelpunkt rücken. Mit dem Brustgesundheitszentrum in Amstetten können wir in Niederösterreich in jeder Region die bestmögliche Versorgung und Behandlung der Krebspatientinnen und -patienten gewährleisten – sei es mit innovativer und moderner medizinischer Ausstattung oder auch mit Therapien und Behandlungsmöglichkeiten gebündelt an einem Standort“, erklärt der für die Landeskliniken zuständige Landesrat Ludwig Schleritzko im Rahmen eines Pressegesprächs zum Weltbrustkrebstag. Im ersten Schritt wurde die Etablierung eines Brustgesundheitsschwerpunkt in der Region umgesetzt – jetzt folgt die Zertifizierung nach ÖZK (Österreichische Zertifizierungskommission).
Die Überlebenschancen der Erkrankung liegen im Schnitt bei mehr als 85 Prozent. Zertifizierte Brustgesundheitszentren gibt es bereits in Wr. Neustadt, St. Pölten, Horn, Mistelbach und seit heuer auch in Baden-Mödling. „Mit dem Brustgesundheitsschwerpunkt im Mostviertel ist der Bereich nun für ganz NÖ abgedeckt und verfügbar. Das heißt, die betroffenen Patientinnen und Patienten erhalten die gebündelte Expertise der interdisziplinären Teams, die ihnen zur Seite stehen - von Radiologen, Pathologen, Chirurgen, Onkologen bis hin zu Psychologen. Durch die Bündelung dieser Art erhalten die Patientinnen und Patienten die bestmögliche Versorgung an einem Ort – unkompliziert und individuell auf und mit den Patienten abgestimmt“, so Landesrat Schleritzko.
„Wir freuen uns, dass wir ein Brustgesundheitsschwerpunkt im Mostviertel etablieren und damit den Betroffenen allumfassend weiterhelfen können. Im Vorjahr haben wir 59 neu erkrankte Brustkrebspatientinnen hier bei uns behandelt – wir gehen in diesem Jahr von ca. 80 Patientinnen aus. Zur Erstzertifizierung als Brustgesundheitszentrum müssen mind. 40 Primärfälle behandelt werden - zur Re-Zertifizierung sind mind. 50 Primärfälle notwendig. Die Voraussetzungen und Anzahl der Leistungen werden bereits erfüllt. Darin sind unter anderem die Abklärung der Befunde, die Diagnostik, die Therapie, aber auch die Betreuung durch ein umfassendes interdisziplinäres Team enthalten“, erklärt der Prim. der Abteilung Chirurgie, Dr. Friedrich Schmöller, der für die Zertifizierung verantwortlich ist. „Eine Überweisung zu uns ins Klinikum stellen die niedergelassenen Fachärztinnen und Fachärzte aus, nachdem beispielsweise eine Auffälligkeit bemerkt wurde.“
Generell wird empfohlen, dass Frauen einmal im Monat eine Selbstabtastung der Brust durchführen und einmal im Jahr eine Vorsorgeuntersuchung im niedergelassenen Bereich machen. Wenn nicht vom Facharzt anders angeordnet, wird Frauen ab 40 die Durchführung einer Mammografie alle 2 Jahre empfohlen. Im Rahmen des österreichweiten etablierten Brustkrebsfrüherkennungsprogrammes werden Frauen zwischen 45. und 69. Jahre alle zwei Jahre mit einem Erinnerungsbrief zur Mammografie eingeladen.
„Am wichtigsten ist die Selbstvorsorge. Je früher man eine Auffälligkeit wie Verhärtungen, Hautveränderungen, Knoten in der Brust oder Achselhöhle, Schwellungen, Schmerzen oder Sekretion aus der Brustwarze feststellt, desto schneller kann man darauf reagieren. Und: wir wissen aus Erfahrung, dass die meisten Patientinnen heutzutage gut behandelbar und heilbar sind, weil viele Tumoren früh entdeckt werden“, so die OÄ Dr. Petra Pattera, Leiterin des Brustgesundheitsschwerpunkts im LK Amstetten. Sie erklärt den Ablauf im Klinikum: „Wenn Frauen nach der Erstbegutachtung durch spezialisierte Fachärztinnen und Fachärzte in der Mamma-Ambulanz bei uns im Landesklinikum Amstetten vorstellig werden, können wir weitere Schritte abklären. Zuerst erfolgt eine radiologisch bioptische Abklärung, die histologische Aufarbeitung an unserer Pathologie, die interdisziplinäre Festlegung der optimalen, leitliniengerechten Therapie im wöchentlichen Tumorboard sowie die operative und onkologische Therapie, die an den Abteilungen für Chirurgie und Innere Medizin durchgeführt werden“, so OÄ Dr. Pattera.
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